Mitversicherte Kosten – Ein Überblick

Im Rahmen von verschiedenen Versicherungen wie z. B. der Gebäude- und der Hausratversicherung werden häufig Kosten mitversichert. Die Versicherung von Kosten bildet neben der Entschädigung für Zeit- und Neuwert einer versicherten Sache (z. B. das versicherte Gebäude) einen wertvollen Beitrag des Sachversicherungsschutzes. Der Umfang mitversicherter Kosten ist ein wesentlicher Aspekt eines guten Versicherungsschutzes. Dabei unterliegen viele Versicherungsnehmer häufig dem Irrglauben alles sei irgendwie „versichert“. Werden Kosten nicht oder nur unzureichend versichert, kann es im Versicherungsfall dazu kommen, dass der Versicherungsnehmer erhebliche finanzielle Eigenleistungen erbringen muss.

  1. Was sind typische mitversicherte Kosten?
    1. Aufräumungs- und Abbruchkosten
    2. Bewegungs- und Schutzkosten
  2. Welche Kosten können versichert werden?
  3. Bis zu welcher Höhe sind Kosten versichert?
  4. Woher weiß ich, welche Kosten mitversichert sind?
  5. Auf erstes Risiko – Was bedeutet das?

 

1. Was sind typische mitversicherte Kosten?

a. Aufräumungs- und Abbruchkosten

Wenn nach einem Gebäudebrand z. B. der Dachstuhl abgerissen und heruntergefallene Dachziegel weggeräumt werden müssen, dann verursachen diese Arbeiten Kosten. Auch die Entsorgung auf der Deponie muss bezahlt werden. Ist etwa Asbest verbaut gewesen, können Aufräumungs- und Abbruchkosten und die Entsorgung extrem kostspielig werden. Deswegen bieten gute Versicherungen auch Schutz gegen diese Art von Kosten.

b. Bewegungs- und Schutzkosten

Ist bei einem Leitungswasserschaden Wasser in das Gebäude gelaufen und müssen deshalb versicherte Sachen beiseite geräumt oder eingelagert werden, damit diese nicht auch beschädigt werden, dann verursacht dies zusätzliche Kosten.

2. Welche Kosten können versichert werden?

Hier kann es im Grunde genommen keine abschließende Antwort geben. Denn jeder Versicherer hat eigene Versicherungsprodukte. Diese bieten mehr oder weniger mitversicherte Kosten. Angeboten werden z. B.:

  • Hotelkosten
  • Ersatz von Darlehenszinsen
  • Kosten für Dekontamination von Erdreich
  • Kosten für technischen Fortschritt
  • oder Kosten für die Wiederherstellung von Außenanlagen
  • usw.

Welche Kosten sinnvollerweise mitversichert werden sollten, richtet sich nach dem versicherten Risiko und den Bedürfnissen des Versicherungsnehmers. Auch hier lohnt sich daher der Vergleich von verschiedenen Versicherungen.

3. Bis zu welcher Höhe sind Kosten versichert?

Diese Frage ist von besonderer Relevanz. Für Kosten werden regelmäßig eigene Entschädigungsgrenzen vereinbart. So kann es z. B. sein, dass Aufräumungs- und Abbruchkosten bis zu € 100.000,- mitversichert sind. Es kann auch sein, dass diese Kosten bis 10 % der vereinbarten Versicherungssumme betragen.

Da die Begrenzung auf eine bestimmte Höhe dazu führen kann, dass der Versicherungsnehmer im Schadenfall auf Kosten sitzen bleibt, sollte dieser Punkt bei Abschluss einer Versicherung mitbetrachtet werden. Gute Versicherungsprodukte bieten auch hohe Kostenentschädigungsgrenzen.

4. Woher weiß ich, welche Kosten mitversichert sind?

Welche Kosten mitversichert sind, wird häufig auf dem Versicherungsschein beschrieben. Doch Vorsicht! Unter welchen Voraussetzungen der Versicherer zahlen muss, ergibt sich erst aus den Versicherungsbedingungen. Dort steht genau was unter der jeweiligen Kostenposition verstanden wird und unter welchen Voraussetzungen die Kosten gezahlt werden. Dies ist eine Frage der Definition.

5. Auf erstes Risiko – Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass der Versicherer die Kosten bis zur vereinbarten Grenze ohne Wenn und Aber übernimmt. Der Versicherer kommt also als Erstes mit dem Risiko in Berührung. Eine Unterversicherung kommt nicht in Betracht. Danach haftet der Versicherungsnehmer „auf zweites Risiko“ selbst.

Sind beispielsweise Aufräumungs- und Abbruchkosten bis zu € 100.000,- auf erstes Risiko mitversichert und stellt sich dann im Schadenfall heraus, dass wegen der erheblichen Asbestbelastung die Kosten € 250.000,- betragen, trägt der Versicherer die € 100.000,- voll. In diesem Beispiel müsste der Versicherungsnehmer also selbst € 150.000,- Aufräumungs- und Abbruchkosten tragen.

Betragen die Aufräumungs- und Abbruchkosten beispielsweise nur bei € 90.000,00, dann trägt der Versicherer diese Kosten ebenfalls in voller Höhe.