Hochwasser: 5 Tipps für Geschädigte

Durch die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben viele Versicherungsnehmer ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Wir wollen mit den nachfolgenden Tipps den Geschädigten bei der Erstellung ihrer Schadenslisten ein wenig unter die Arme greifen:

 

Tipp 1: Nehmen Sie sich Zeit!

Die Hausratversicherung ist eine Neuwertversicherung, d. h. versichert ist der Wiederbeschaffungswert von Sachen gleicher Art und Güte. Um an dieser Stelle keine Leistungen unnötig zu verschenken, sollten Sie sich bei der Erstellung Ihrer Verlustliste Zeit nehmen, um auch wirklich alles zu erfassen, was beschädigt oder zerstört worden ist. Ein Nachmelden von weiteren Gegenständen ist zwar möglich, führt in aller Regel jedoch zu Verzögerungen und Rückfragen.

Tipp 2: Seien Sie sorgfältig!

Mehr ist mehr! Beschränken Sie sich nicht darauf, bloß eine Warengruppe oder einen Oberbegriff wie „Kaffeemaschine“ oder „Fernseher“ anzugeben. Im Zweifel setzen die Versicherer nämlich Gutachter ein und diese agieren häufig nach dem Motto: „Wenig Informationen – wenig Leistung“.

Also statt einfach „Kaffeemaschine“ zu schreiben, notieren Sie besser: „WMF Stelio Aroma Filterkaffeemaschine mit Glaskanne, Filterkaffee, 8 Tassen, Tropfstop, Warmhalteplatte, Abschaltautomatik, 1000 W“, statt „Fernseher“ besser: „Samsung, GQ65QN85AAT 163 cm (65″) LCD-TV mit LED-Technik eclipse silber, mit LED, 4K Auflösung, DVB-T2-HD-Anschluss“, gekauft 2021 bei Media Markt. Und vergessen Sie nicht das Zubehör z. B. zum Fernseher: Wandhalterung, kipp und schwenkbar, metall, schwarz.

Suchen Sie ggf. auf den großen Online-Verkaufsportalen nach Ihren Gegenständen, um eine möglichst konkrete Beschreibung und Bezeichnung vornehmen zu können.

Tipp 3: Vergessen Sie nicht die „kleinen Dinge“

Eine alte Bauernregel sagt: „Kleinvieh macht auch Mist“. Denken Sie daher auch an die Alltagsgegenstände, die Sie nicht sofort im Blick haben, von den Schubladeneinlagen, über die verlegten Verlängerungskabel bis hin zu Ersatzglühbirnen im Keller. Nur was Sie angeben, wird am Ende auch ersetzt werden können.

Tipp 4: Suchen Sie im Internet, bei Verwandten und Freunden nach Nachweisen

Wenn alles an Belegen weggeschwommen ist, hilft noch der Blick ins Netz. Viele speichern Ihre Daten, insbesondere Fotos, heutzutage in einer Cloud. Schauen Sie in Ihren Verlauf bei den Online-Händlern. In aller Regel können Sie dort noch Jahre nach dem Erwerb von Gegenständen rekonstruieren, was Sie wann gekauft haben. Ebenfalls hilfreich können Fotos sein, die Freunde, Familie / Verwandte bei Ihnen zu Hause aufgenommen haben, um den Hausrat wenigstens beschreiben zu können.

Und für die Zukunft: Heben Sie selbstverständlich Nachweise auf, z. B. Rechnungen, Belege, Zertifikate, notieren Sie Seriennummern und bewahren Sie Reparaturquittungen auf. Wichtige Nachweise sollten Sie dauerhaft als Datei sichern (einscannen oder fotografieren) und in einem sicheren Cloud-Speicher ablegen. Bei wertvollen Uhren und Schmuck empfehlen wir, insbesondere, wenn dieser alt und geerbt ist, den Wert und die Echtheit beizeiten durch einen Juwelier bestätigen zu lassen (und anschließend in der Cloud zu speichern).

Tipp 5: Seien Sie EHRLICH!

Natürlich kein Tipp, sondern eine Selbstverständlichkeit (und überdies eine vertragliche Obliegenheit). Machen Sie nur wahrheitsgemäße, richtige und vollständige Angaben, anderenfalls riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz.